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Platter und der Fall Zogaj

Oktober 5, 2007

Die Tatsache, dass Innenminister Platter im Fall Zogaj so sehr darauf beharrt, dass ein Staat sich nicht erpressen lassen darf und er auch (oder eher gerade?) deshalb der 15jährigen Arigona Zogaj nicht ermöglichen wird, mit ihrer Familie in Österreich zu leben, läßt eigentlich nur zwei Rückschlüsse über den Herrn Minister zu: entweder ist sein Selbstwertgefühl dermaßen schwach ausgeprägt, dass er sich durch die Flucht eines verzweifelten Teenagers in seiner ministeriellen Männlichkeit bedroht fühlen kann, und nun nach dem Motto „Der werd ichs zeigen!“ reagieren muss; oder die Flucht und die Selbstmorddrohnung von Arigona Zogaj passen ihm in Wirklichkeit recht gut ins Konzept: „Seht her liebe Österreicherinnen und Österreicher. Die kleine ist eine Erpresserin, also eine Verbrecherin, die noch dazu aus dem Untergrund agiert, also: abschieben!“ Man darf dabei nicht vergessen, daß sie erst durch die Aburteilung des Ministers zu einer Erpresserin gemacht wurde, zuvor war sie ein ganz normal verzweifelter Teenager. Platter hätte das ganze leicht in einem anderen Licht darstellen können: als besonderer Härtefall oder was immer, die Konzepte dafür liegen sicherlich im Innenministerium bereit; nur für den Fall, dass man sich doch anders entschieden hätte.

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